potrait
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»Zwiesprache«

Haus am Meer, einsam, von Luft- und Erdgeistern umwacht. Sonne, steigend oder sinkend.
Ist die Stunde zwischen TagNacht, Wirklichkeits--Traum, Dichters Stund. Zwischenzeitmare, die sie sind, bewachen sie sein Exil.
Schützen oder belauschen sie ihn?
Stehlen oder schenken sie ihm Ideen?
In wessen Auftrag?
Kein Publikum ist noch vorhanden.
Seines Untergangs Zeuge ist er.
Die Überschrift fiel ihm leicht: An meine Brüder und Schwestern. Mit dem Rest quält er sich ab.
Ihm ist, als hörte er von außerhalb Gelächter.

Es blus eyn Arsch

Es blus eyn Arsch sehr inniglich
eyn Melodey gar minniglich.
Eyn weyser Mann erkannte kurz,
es sey eyn ordinärer Furz.

 

Palmström

Palmström kaufte einst zwei Kerzen,
Dies Geschenk von ganzem Herzen,
Sollte seinen Namen tragen.
Palmöl schien dem zuzusagen.
Doch man mißverstand ihn ganz,
Briet Koteletts in der Substanz.

 

Heide I

Wenn tu was fandest uff der Hayden
Laß liegen es, tu's meyden.
Wie Sylber glunzts, das Weyße.
So kunnt's doch seyen Scheyße.

 

Epilog

Lad dir nur ja nie Dichter ein,
ihr Dank ist Trug, ihr Wirken Schein.
Sie hinterlassen alte Socken,
und hinter der Matratze hocken
schweinische Wörter. Die verkünden,
von hier nie wieder zu verschwinden.

 

Nostalgie 2008

In der Ferne Schiff ahoi,
In der Nähe, oj,oj,oj
Nobelzombies ohne Zahl.
Ach, wie war es dazumal,
Als die Mauer noch bestand,
Angenehm am Ostseestrand.

Keine unerzogenen Blagen,
Die den Dünenbewuchs plagen,
Keine Neoprotzkultur,
Dafür Ostgewerkschaft pur.

Statt Bimoral war Efkaka,
Nackte Menschen fern und nah,
Die im Takte kopulierten,
Während sie ND studierten.

Solches ist heut nicht gestattet,
Daß man sich im Frei’n begattet.
Und dabei noch Zeitung liest.
Weil‘s nicht gottgefällig ist.

 

Auf der Heyde

Wohl unter einer Weyde
Lag Heyde auf der Heyde,
Zusammen mit dem Christian.
Hatten keyn Hudt noch Schuh nit an.
So lagen alle beyde
Wohl unter eyner Weyde
Voll Freyde auf der Heyde